Neuroborreliose

Hinweis
Ich bin kein Arzt oder Apotheker. Die hier gemachten Aussagen, Test usw. beruhen auf eigene Erfahrung oder Recherchen und können nicht pauschalisiert werden. Jede Erkrankung sollte von einem anerkannten & praktizierenden Arzt untersucht werden.

Symptome und Verlauf

Die Neuroborreliose ist die mitunter schlimmste Erkrankungsform der Lyme-Borreliose. Hier wird das ZNS (zentrale Nervensystem) und das Gehirn mit den Borrelien befallen. Diese Erkrankung ist zwar heilbar, doch kann mitunter zu bleibenden Schäden führen. Die Borrelien nisten sich sozusagen im Körper ein und eine dauerhafte Therapie ist fast unumgänglich.

Erste Symptome einer neurologischen Borreliose können innerhalb von Wochen bis Monate auf sich warten lassen. Bei einem Großteil der Betroffenen kommt es zu Entzündungen der Hirnhaut und der Nervenwurzeln. Diese führt dazu, dass die Neuroborreliose manchmal mit FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) verwechselt wird. Hierbei kann es zu Schmerzen, Missempfindung (Kribbeln, Taubheit ect.) und Lähmungserscheinungen kommen. Diese Symptome können bis zu 6 Monate anhalten.

Bei einem kleineren Teil der Erkrankten verläuft es jedoch nicht so problemlos. Hier ist davon auszugehen, dass es sich um eine Langzeiterkrankung handelt, welche länger als 6 Monate dauern kann und sich auch Langzeitschäden manifestieren können. Dabei kommt es zu Entzündungen vom Gehirn und vom Rückenmark. Was zur Folge hat, dass die Beschwerden dauerhaft sind und den Lebensalltag für Betroffene und Angehörige sehr erschweren. Zu den Symptomen gehören beispielsweise:

  • Inkontinenz (Stuhl und Blasenschwäche)
  • Störungen (Sprache, Hören, Wahrnehmung)
  • Epileptische Anfälle
  • Psychiatrische Probleme u.v.m.

Es kann aber auch zu unspezifischen Symptomen, wie extreme Müdigkeit, Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit oder Konzentrationsproblemen kommen. Diese stehen aber nicht nur mit der Neuroborreliose in Verbindung und darum, sollten andere Krankheiten ausgeschlossen werden. Durch die unzuverlässigen Tests leiden viele Menschen unter einer neurologischen Borreliose und werden fälschlicherweise als Depressions- oder MS-Erkrankte behandelt.

Diagnose/ Diagnostik

Eine Diagnose ist sehr umständlich, da es noch keinen 100%tigen Test auf Neuroborreliose gibt. Vielmehr ist hier die Gesamtdiagnostik (Anamnese-Gespräch) vom Patienten notwendig, um andere Krankheiten auszuschließen. Die Rede ist von der Differenzialdiagnostik.

Bei Verdachtsfällen wird eine Liquor-Untersuchung veranlasst, welche sehr schmerzhaft ist. (Eigene Erfahrung.) Dafür wird eine Nadel im Rücken eingeführt und Nervenwasser (das sogenannte Liquor) aus dem Rückenmark (Lumbalpunktion) entnommen. Hier wird der IgG (Antikörper-Index) bestimmt. Die Aussagekraft vom Liquor-Test ist, wie auch beim Borreliose-Test, sehr ungenau. Der Erregernachweis soll hier gerade einmal 20-30 Prozent betragen.

Vielversprechend hört sich der CXCL13 Antikörpertest an. Leider wird dieser noch nicht so häufig genutzt. Der CXCL13 soll schon im Anfangsstadium eine Neuroborreliose erkennen können. Auch bei der Neuroborreliose ist ein frühzeitiges Erkennen wichtig für den Therapieverlauf.

Ebenso kann eine Blutuntersuchung auf eine aktive Borrelien-Infektion hinweisen und gehört damit in die Diagnostik mit rein. Entzündungsherde im Gehirn sollten auch untersucht werden. Durch eine MRT-Untersuchung (Kernspintomographie) sind entzündete Bereiche erkennbar.

Gerade MS (Multiple Sklerose) Patienten sollten mit Hilfe der Differenzialdiagnostik, eine Neuroborreliose ausschließen. Immer mehr Meinungen von Borreliose-Experten werden dazu laut.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung, bei einer nachgewiesenen Neuroborreliose wird meistens eine intravenöse Antibiotikum-Therapie über 14 Tage sein. Auch nach diesen zwei Wochen, können weitere Antibiotika vom Arzt verschrieben werden. (Lese dazu noch: Darmsanierung bei Borreliose)

Welche Antibiosen eingesetzt werden, hängt stark vom Patienten ab. Durch erneute Antikörper-Tests wird der Therapie-Erfolg bewertet. Sollten die Antikörper nicht gesunken sein, so kann dies eine erneute Antibiotikum-Therapie bedeuten.

Das Ziel der enormen Antibiotikum-Therapie ist, die Entfernung der Borrelien im Körper. Einige der Erreger können sich jedoch gut verstecken, weshalb es auch nach jahrelanger beschwerdefreier Zeit, wieder zu Symptomen kommen kann. Bestenfalls ist, den behandelnden Arzt darauf hinzuweisen.

Von alternativen Behandlungen mit Homöopathie und Naturheilkunde ist derzeit nur wenig bekannt.

Heilungschancen und Prognose

Eine Prognose, ob die Neuroborreliose abheilt, wird kein Arzt zu 100% geben können. Viele Ärzte gehen davon aus, dass die Erkrankung heilbar ist. Jedoch sollte man sich im Klaren sein, dass einmal befallene Nervenzellen, sich nie wieder erholen. Eine Heilung oder bzw. Linderung der Beschwerden ist in vielen Fällen jedoch möglich.

Chronische Neuroborreliose und Spätfolgen

Nur bei wenigen Betroffenen bleiben Spätfolgen oder sogar eine chronische Neuroborreliose. Jedoch kann es auch sein, dass eine Neuroborreliose nicht im Liquor nachgewiesen wurde und demzufolge keine Behandlung stattfindet.

Die Spätfolgen können von Sprachstörungen, Wahrnehmungsstörungen, epileptischen Anfällen bis hin zu Lähmungen führen. Eine schnelle Diagnose und eine ausreichende Behandlung können dies unterbinden.

Ein Arzt, bestenfalls Neurologe, welcher eine Differenzialdiagnose durchführt, kann dann behilflich sein, den Beschwerden auf den Grund zu gehen.

Häufige Fragen und Antworten

Was ist der Unterschied zwischen Lyme Borreliose und Neuroborreliose?
Woran erkennt man eine Neuroborreliose?
Welcher Arzt behandelt Neuroborreliose?

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